Vorgabensystem 2016

Die Änderungen im Vorgabesystem ab 2016:

Platzreife ist nicht gleich Handicap 54

Das erste Handicap (in der Regel Vorgabe 54) muss ab 2016 tatsächlich mit der nötigen Stableford-Nettopunktzahl erspielt werden und wird nicht mehr automatisch mit Bestehen der Platzreifeprüfung vergeben. Denn die bisherigen „Clubvorgaben“ werden europaweit zur „Vorgabenklasse 6“. Mit der Platzreife (PR) erhält der Spieler zukünftig den Eintrag „PR“ in seinem Stammblatt und auf dem DGV-Ausweis. Spieler, die bereits seit 2015 oder zuvor mit Vorgabe 54 geführt werden, genießen natürlich Bestandschutz. Eine Korrektur ihrer Vorgabenstammblätter ist nicht notwendig.

Aktiv oder inaktiv entfällt

Die Kennzeichnung einer Vorgabe als „aktiv“ auf dem Stammblatt entfällt. Bisher wurden alle Vorgaben mit diesem Status gekennzeichnet, wenn sie auf mindestens drei vorgabenwirksamen Ergebnissen im laufenden Jahr oder mindestens vier vorgabenwirksamen Ergebnissen im Vorjahr beruhten. Dennoch kann künftig eine Spielleitung die Teilnahme oder den Gewinn von Nettopreisen von einer Mindestzahl vorgabenwirksamer Runden eines Spielers abhängig machen. Dazu wird aber keine Kennzeichnung der Vorgabe benötigt, der Computer im Clubsekretariat ermöglicht dies mit einem internen Sortierkriterium.

Schnellere Wiederzuerkennung einer Vorgabe

Zur Wiederzuerkennung einer Vorgabe reicht zukünftig das Ergebnis einer, statt wie bisher von drei neu gespielten Runden aus. Dies betrifft Spieler, deren Vorgabe länger als ein Jahr nicht geführt wurde. Gründe hierfür können ein Vereinswechsel mit längerer Pause zwischen Ende einer bisherigen und Beginn einer neuen Mitgliedschaft, eine vorübergehende passive Mitgliedschaft oder eine Sperre sein.

 

Auch in Klasse 5 keine Heraufsetzung nach „schlechten“ Ergebnissen

Das Handicap wird ab der Vorgabenklasse 5 (also Hcp. 26,5 und höher) nach einem „schlechteren“ vorgabenwirksamen Spielergebnis nicht mehr heraufgesetzt. Damit gibt es in der Vorgabenklasse 5 – wie bisher schon bei den Vorgaben 37 bis 54 – auch keine Notwendigkeit für eine Pufferzone mehr. Erreicht ein Spieler in diesen Klassen sein Spielpotenzial dauerhaft und deutlich nicht mehr, so hat der Vorgabenausschuss des Heimatclubs aber die Möglichkeit, die Vorgabe dem geänderten Spielpotenzial anzupassen. Darum kann auch der Spieler bitten, z.B. um sich die Freude an guten Nettoergebnissen zu erhalten.

Keine Automatik bei Vorgabenüberprüfung

Die bisherige automatisierte Anpassung der Vorgaben nach Beendigung der Spielsaison entfällt. Die Vorgabenüberprüfung an sich bleibt zwar bestehen, allerdings wird die Umsetzung der durch den Computer im Einzelfall vorgeschlagenen Anpassungen in die Entscheidungshoheit des Vorgabenausschusses des Heimatclubs zurückgegeben. Dieser trifft die Entscheidung aufgrund des aktuellen Spielpotenzials des Spielers nach eigenem Ermessen.

CBA (Pufferzonenanpassung) entfällt ersatzlos

Die Anwendung von CBA (= Computed-Buffer-Adjustment) entfällt in Deutschland für alle Vorgabenklassen ersatzlos. Golf ist ein Sport in der Natur, der durch Wind und Wetter beeinflust werden kann. Dieser Aspekt tritt mit Abschaffung der Pufferzonenanpassung nun wieder deutlicher in den Vordergrund. Zudem kann jeder Turnierteilnehmer nun direkt nach Beendigung seiner Runde selbst die Vorgabenfortschreibung berechnen, ohne auf die Auswertung aller Spielergebnisse warten zu müssen. Sollten Spielergebnisse aus dem Ausland eine Pufferzonenanpassung enthalten, so wird diese für die Vorgabenführung in Deutschland nicht berücksichtigt.

EDS-Runden auf allen Plätzen

EDS-Runden, d.h. vorgabenwirksame Privatrunden, können künftig auf den Plätzen aller DGV-Mitglieder mit gültigem Course Rating gespielt werden, also auch auswärts. Dies gilt für Spieler der Vorgabenklassen 2 bis 6 (Hcp. 4,5 bis 54). Hierbei ist zu beachten, dass bei auswärtigen Runden die Auswertung der Scorekarte auch in diesem Club durchgeführt werden muss.Im KGC muss der Zähler weiterhin ein Handicap von mindestens -36 haben und mindestens 16 Jahre alt sein. Ein Golfprofessional kann nicht als Zähler fungieren.

Ein Extra-Day-Score (EDS) ist ein vorgabenwirksames Stableford-Nettoergebnis über 9 oder 18 Löcher. Spieler der Vorgabenklassen 2 bis 6 können beliebig viele EDS-Runden spielen. Damit eine solche Runde vorgabenwirksam wird, muss sie vor Antritt im Clubsekretariat registriert werden.

Regeländerungen 2016

DIE WICHTIGSTEN ÄNDERUNGEN IN DER AUSGABE DER GOLFREGELN 2016 Golfregeln

Ausnahme zu Regel 6-6d. Falsche Schlagzahl für das Loch

Diese neue Ausnahme sieht vor, dass ein Bewerber nicht disqualifiziert wird, wenn er für irgendein Loch eine niedrigere als die tatsächlich gespielte Schlagzahl einreicht, und der Grund dafür ist, dass der Bewerber vor dem Einreichen seiner Zählkarte nicht wusste, dass er sich Strafe zugezogen hat. Stattdessen erhält der Bewerber die Strafe nach der anwendbaren Regel und weitere zwei Strafschläge für jedes der Löcher, an denen der Bewerber gegen Regel 6-6d verstoßen hat.

Regel 14-1b. Schläger verankern

Diese neue Regel wurde eingeführt um das Verankern des Schlägers während eines Schlags zu verbieten, sei es „direkt“ oder unter Zuhilfenahme eines Ankerpunkts.

Regel 14-3. Künstliche Hilfsmittel und ungebräuchliche Ausrüstung;
Ungewöhnliche Verwendung von Ausrüstung
Mehrere Ergänzungen zu Regel 14-3 wurden gemacht, einschließlich:
1. Eine grundsätzliche Festlegung wurde eingeführt um darzustellen welche Richtlinien die Dachverbände in ihrer Einschätzung leiten, ob die Verwendung irgendeines Gegenstands einen Verstoß gegen Regel 14-3 darstellt.

2. Zur Klärung wurde die ursprüngliche Bezeichnung „ungebräuchliche Verwendung von Ausrüstung“ in „ungewöhnliche Verwendung von Ausrüstung“ geändert; und

3. Die Strafe der Disqualifikation für den ersten Verstoß des Spielers gegen Regel 14-3 während der festgesetzten Runde wurde abgeändert in: Lochverlust im Lochspiel oder zwei Strafschläge im Zählspiel; erst bei einem weiteren Verstoß folgt die Strafe der Disqualifikation.

Regel 18-2. Ball in Ruhe bewegt durch den Spieler, Partner, Caddie oder Ausrüstung

Regel 18-2b (Ball bewegt sich nach Ansprechen) wurde zurückgezogen. Dies bedeutet, wenn sich ein Ball bewegt, nachdem ihn der Spieler angesprochen hat, richtet sich die Anwendung einer Strafe nach Regel 18-2 allein danach, ob der Spieler verursacht hat, dass sich der Ball bewegte.

Regel 25-2. Eingebetteter Ball

Anmerkungen wurden eingeführt um:
1. zu klären, wann ein Ball als eingebettet gilt; und
2. zu bestätigen, dass die Spielleitung eine Platzregel einführen darf, die straflose Erleichterung für einen im Gelände eingebetteten Ball gewährt.

Anhang IV. Hilfsmittel und andere Ausrüstung

Der sich auf Entfernungsmesser beziehende Teil 5 wurde dahingehend geändert, dass, wenn eine Platzregel die Benutzung von Entfernungsmessgeräten gestattet, ein Verstoß gegen Regel 14-3 nur dann vorliegt, wenn der Spieler das Gerät für einen Zweck benutzt, den diese Regel verbietet. War früher eine solche Platzregel in Kraft, hatte ein Spieler bereits gegen Regel 14-3 verstoßen, wenn er ein Entfernungsmessgerät benutzte, dass auch Funktionen enthielt, deren Benutzung einen Verstoß gegen Regel 14-3 darstellte, unabhängig davon, ob diese Funktionen vom Spieler tatsächlich benutzt wurden.

Amateurstatut

3-1b. Preisgeld für wohltätige Zwecke

Die neue Regel 3-1b wurde eingeführt, um Amateurgolfern die Möglichkeit zu geben, an Turnieren teilzunehmen, bei denen Preisgeld oder ein entsprechender Gegenwert an eine anerkannte Wohltätigkeitsorganisation gespendet wird, vorausgesetzt der Veranstalter hat die vorherige Genehmigung bei dem Dachverband (in Deutschland beim DGV) eingeholt.

4-3. Golf bezogene Aufwendungen

Die neue Regel 4-3 wurde eingeführt um klarzustellen, dass ein Golfamateur eine angemessene Aufwandsentschädigung, die die tatsächlichen Ausgaben nicht übersteigt, für nicht Wettspiel bezogene, mit Golf in Verbindung stehende Aktivitäten erhalten darf.

9-2b(I). Wartefrist; Berufsgolf

Die vorgeschlagenen Richtlinien der Regelwartezeit wurden dahingehend geändert, dass bei einer Dauer eines Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen von 6 Jahren oder länger (bisher 5 Jahre oder länger) die Wartefrist 2 Jahre betragen sollte.
Hat ein Antragsteller zur Wiedereinsetzung umfangreich um Preisgeld gespielt hat, ist bei der Beurteilung, ob die Wartefrist verlängert werden sollte, zu berücksichtigen, welches Niveau die Wettspiele hatten und mit welchen Ergebnis der Antragsteller an diesen Wettspielen teilgenommen hat.

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